Uferstück am Kaltenbachgraben
»Uferstück am Kaltenbachgraben« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1854, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Schöne Naturimpression am felsigen Kaltenbach. Das Aquarell zeigt eine malerische Berglandschaft mit einer ruhigen, klaren Wasserstelle im Vordergrund. Große, teils mit Moos bewachsene Felsen rahmen den Bach ein und leiten den Blick in die … weiterlesen ›
Schöne Naturimpression am felsigen Kaltenbach. Das Aquarell zeigt eine malerische Berglandschaft mit einer ruhigen, klaren Wasserstelle im Vordergrund. Große, teils mit Moos bewachsene Felsen rahmen den Bach ein und leiten den Blick in die Tiefe der Szenerie. Der Hintergrund ist von imposanten Berggipfeln und dichten Nadelwäldern geprägt, die in sanften Farben gehalten sind. Die Komposition lenkt den Betrachter über den Bachlauf zu den Bergen, wobei die Lichtverhältnisse die Textur der Felsen und die Dichte der Vegetation betonen. Die Farbpalette aus zarten Erdtönen und kühlen Blau- und Grüntönen verstärkt die ruhige, naturnahe Atmosphäre des Bildes. Die Details der Vegetation und der Felsen sind fein ausgearbeitet, was der Darstellung eine lebendige Authentizität verleiht.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1854
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Österreich
- Signatur
- Oben rechts datiert: "Kaltenbachgraben 25 Aug 1854". Oben rechts nummeriert: "M.II Heft 6".
- Verso
- Landschaftsskizze sowie Figurenstudien von Wandersleuten
Weitere Angaben
- Rückseite
- Landschaftsskizze sowie Figurenstudien von Wandersleuten
Zustand
Guter Zustand. Entlang der Kanten geringfügig verfärbt und verschmutzt. Die Blattecken sind geringfügig bestoßen und geknickt. Entlang der unteren Blattkante etwas bestoßen und mittig leicht eingerissen. Entlang der oberen Blattkante stellenweise bes
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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