Badersee bei Grainau mit Wettersteingebirge
»Badersee bei Grainau mit Wettersteingebirge« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1860, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Wundervoller Blick auf das Wettersteingebirge vom Ufer des Badersees bei Grainau. Das Aquarell zeigt eine eindrucksvolle Berglandschaft mit majestätischen Gipfeln, die im warmen Licht der Sonne erstrahlen. Im Vordergrund befindet sich ein s… weiterlesen ›
Wundervoller Blick auf das Wettersteingebirge vom Ufer des Badersees bei Grainau. Das Aquarell zeigt eine eindrucksvolle Berglandschaft mit majestätischen Gipfeln, die im warmen Licht der Sonne erstrahlen. Im Vordergrund befindet sich ein stiller See, dessen Oberfläche die umliegenden Bäume und Berge spiegelt. Die Vegetation am Ufer ist üppig, mit Bäumen in herbstlichen Farben, die einen lebendigen Kontrast zu den kargen Felsen bieten. Die Komposition hebt die vertikale Anordnung der Berge hervor, während der Himmel mit leichten Wolken bedeckt ist. Die Lichtverhältnisse suggerieren eine ruhige, spätnachmittägliche Stimmung. Die feine Strichführung und die zarten Farbverläufe verleihen dem Werk eine sanfte, natürliche Ästhetik.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1860
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Oben rechts datiert: "22. Badersee bei Grainau 26 Aug 60".
- Verso
- Schemenhafte Skizze von Berggipfeln
Weitere Angaben
- Rückseite
- Schemenhafte Skizze von Berggipfeln
Zustand
Guter Zustand. Entlang der Kanten leicht wellig. Vereinzelt sind blasse Stockflecken erkennbar. Die Blattecken sind minimal bestoßen.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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