Tennengebirge bei Kuchl an der Salzach
»Tennengebirge bei Kuchl an der Salzach« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1859, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Schöne Flusslandschaft im Tal der Salzach bei Kuchl südlich von Bad Vigaun und Hallein. Den Horizont bildet die imposante Gipfelkette des Tennengebirgsmassivs. Das Aquarell zeigt eine idyllische Berglandschaft bei Tageslicht. Im Vordergrund… weiterlesen ›
Schöne Flusslandschaft im Tal der Salzach bei Kuchl südlich von Bad Vigaun und Hallein. Den Horizont bildet die imposante Gipfelkette des Tennengebirgsmassivs. Das Aquarell zeigt eine idyllische Berglandschaft bei Tageslicht. Im Vordergrund erstreckt sich ein ruhiger Fluss, dessen Wasser die Farben des Himmels reflektiert. Dahinter ist eine üppige Ufervegetation sichtbar, die in sanft geschwungenen Linien den Flusslauf begleitet. Im Hintergrund erheben sich majestätische Berge, die von sanftem Licht beschienen werden, das die Konturen der Felsen betont. Die pastellfarbenen Wolken am Himmel verleihen der Szene eine friedliche Atmosphäre. Links im Bild ist ein kleines Dorf mit einer Kirche erkennbar, das sich harmonisch in die Landschaft einfügt. Die Komposition vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Harmonie, unterstrichen durch die zarten Farbverläufe und die Detailgenauigkeit in der Darstellung der Natur.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1859
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Österreich
- Signatur
- Oben rechts datiert: "Tännen-gebirg bei Vigaun nach Hallein 25 Aug 1859". Unten eigenhändig bezeichnet: "Kuchl / Salzach". Unten rechts nummeriert: "N. 50 / M. IV H16".
Zustand
Akzeptabler Zustand. Entlang der unteren Blattkante ganzseitig umgefaltet. Entlang der rechten Blattkante unbeschnitten. Entlang der seitlichen Kanten bestoßen und etwas knittrig. Die Blattecken sind minimal bestoßen. Blass stockfleckig.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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