Sägewerk am Gernbach bei Raubling
»Sägewerk am Gernbach bei Raubling« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1879, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Märchenhafter Gebirgsbach mit zwischen Bäumen versteckter Holzhütte, vermutlich einer Sägemühle. Das Aquarell zeigt eine idyllische Waldlandschaft mit einer hölzernen Hütte im Zentrum, eingebettet in eine üppige Vegetation. Hohe Kiefern und… weiterlesen ›
Märchenhafter Gebirgsbach mit zwischen Bäumen versteckter Holzhütte, vermutlich einer Sägemühle. Das Aquarell zeigt eine idyllische Waldlandschaft mit einer hölzernen Hütte im Zentrum, eingebettet in eine üppige Vegetation. Hohe Kiefern und Laubbäume umgeben die Szenerie, während ein Bach im Vordergrund über Felsen plätschert. Die hölzerne Struktur wirkt alt, mit einem geneigten Dach, das den Eindruck eines rustikalen, abgeschiedenen Lebensstils vermittelt. Das Lichtspiel ist subtil, mit sanften Schatten, die eine warme, friedliche Atmosphäre erzeugen. Die Komposition ist harmonisch, mit einem sanften Wechsel von Licht und Schatten, der die natürliche Schönheit der Landschaft betont. Der Künstler hat durch präzise Details und geschickte Farbabstufungen ein Gefühl von Tiefe und Lebendigkeit geschaffen.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1879
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Oben rechts datiert: "An der Gern 20/10 79". Unten rechts eigenhändig bezeichnet: "Saghäusl". Oben rechts nummeriert: "II 3 N. 50".
Zustand
Guter Zustand. Die Blattecken sind geringfügig bestoßen und geknickt. Oben links etwas fleckig.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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