Grundlsee im Salzkammergut
»Grundlsee im Salzkammergut« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1853, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Landschaftsvedute am österreichischen Grundlsee am Fuß des Toten Gebirges im Salzkammergut. Das Aquarell zeigt eine majestätische Gebirgslandschaft, die sich entlang eines ruhigen Sees erstreckt. Im Vordergrund zieht sich das Ufer mit verei… weiterlesen ›
Landschaftsvedute am österreichischen Grundlsee am Fuß des Toten Gebirges im Salzkammergut. Das Aquarell zeigt eine majestätische Gebirgslandschaft, die sich entlang eines ruhigen Sees erstreckt. Im Vordergrund zieht sich das Ufer mit vereinzelten Gebäuden und dichter Vegetation entlang. Die mächtigen Berge erheben sich zu beiden Seiten des Wassers und sind in zarten, pastelligen Tönen gehalten, die die Strukturen der Felsen und die Schatten des Sonnenlichts betonen. Die Komposition führt den Blick des Betrachters in die Tiefe des Bildes, wo die Berge in sanften Hügeln enden. Der Himmel ist klar und wolkenlos, was die ruhige und friedliche Atmosphäre der Szene unterstreicht. Die Darstellung ist detailreich und fängt die natürliche Schönheit der Landschaft in harmonischer Balance ein.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1853
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Österreich
- Signatur
- Oben rechts datiert: "Grundel-See d. 22 Aug. 1853". Oben rechts nummeriert: "M. IV H. 15 N. 46".
- Verso
- Kleine Skizze von Häusern am Ufer.
Weitere Angaben
- Rückseite
- Kleine Skizze von Häusern am Ufer.
Zustand
Guter Zustand. Die Blattkanten sind unbeschnitten. Entlang der unteren Blattkante schwach wellig. Die linke untere Blattecke ist schwach geknickt. Entlang der rechten Blattkante ganzseitige schwache Knickspur.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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