Col de Balme mit Mont Blanc
»Col de Balme mit Mont Blanc« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1864, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Wundervoller Blick über den Pass in das Tal von Chamonix. Die Aquarellzeichnung zeigt eine weitläufige Gebirgslandschaft mit dem Mont Blanc im Zentrum, dessen schneebedeckte Gipfel majestätisch in den Himmel ragen. Im Vordergrund erstreckt … weiterlesen ›
Wundervoller Blick über den Pass in das Tal von Chamonix. Die Aquarellzeichnung zeigt eine weitläufige Gebirgslandschaft mit dem Mont Blanc im Zentrum, dessen schneebedeckte Gipfel majestätisch in den Himmel ragen. Im Vordergrund erstreckt sich eine sanft abfallende, grüne Wiese, auf der einige Felsbrocken verstreut liegen. Kleine Figuren, möglicherweise Wanderer oder Hirten, sind in der Nähe der Felsen zu erkennen. Die Farbtöne wechseln von warmen Erdtönen im Vordergrund zu kühlen Blau- und Lilatönen der Berge, wodurch eine beeindruckende Tiefe entsteht. Die Wolken am Himmel sind leicht und luftig, was die friedvolle und idyllische Atmosphäre der Szene unterstreicht. Die Komposition führt den Blick des Betrachters durch das Tal in die Ferne.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1864
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Schweiz
- Signatur
- Oben rechts datiert: "Col de Balme 25 Aug 64 N.18.". Oben mittig eigenhändig bezeichnet: "Montblanc". Unten rechts nummeriert: "M.V 85 H. 24".
Zustand
Akzeptabler Zustand. Im Himmel etwas verfärbt und stellenweise blass fleckig. Entlang der oberen Blattkante ganzseitig geknickt und leicht verschmutzt. Die linke obere Blattecke ist stärker geknickt und minimal eingerissen. Die Blattecken sind minima
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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