Waldwiese
»Waldwiese« ist ein Werk von Georg Heinrich Crola aus dem Jahr 1823, ausgeführt als Öl auf Papier, aufgezogen auf Leinwand.
1832 malte der dänische Maler Wilhelm Bendz in München auf der Durchreise nach Rom seinen gleichaltrigen Kollegen Georg Heinrich Crola in seinem Atelier. Crola sitzt vor seiner Staffelei mit dem Gemälde eines Wasserfalls in den Bergen, doch… weiterlesen ›
1832 malte der dänische Maler Wilhelm Bendz in München auf der Durchreise nach Rom seinen gleichaltrigen Kollegen Georg Heinrich Crola in seinem Atelier. Crola sitzt vor seiner Staffelei mit dem Gemälde eines Wasserfalls in den Bergen, doch arbeitet er nicht an dem Gemälde, sondern hat sich mit Pfeife in der Hand den Betrachtenden zugewandt, den Kopf nachdenklich in seine Rechte gestützt. Der auf Inspiration hoffende, 28 Jahre alte Crola hatte in München mit bayerischen Landschaften und Eichenwäldern Anerkennung gefunden, die ihn auch in Dresden bekannt machten, wo seine Anfänge als Maler liegen. Mit 14 Jahren hatte ihn sein Großvater, bei dem er in Meißen aufwuchs, nach Dresden gebracht, wo er die akademischen Maler Johann Christian Klengel und Johann David Schubert wie auch die Königliche Gemäldegalerie besuchte, um dort vor allem die Landschaften der Holländer des 17. Jahrhunderts zu studieren. Wenig später, zu Beginn der 1820er Jahre, unternahm Crola, ausgestattet mit dem notwendigen Malgerät, eine mehrwöchige Wanderung durch die Sächsische Schweiz, auf der er in Rathen in einem kleinen, an einem Wiesenhang liegenden Bauernhaus unterkam, wo er anfing, „die verschiedenen Gegenstände von Felsen, Bäumen, Luft und Farben eifrigst nachzubilden, wenngleich sehr unsicher, flüchtig und unbefriedigend. Dem immer vollkommenen, harmonischen Wesen der Naturerscheinungen gegenüber mussten diese Versuche für jedermann als wahrhafte Stümpereien gelten.“ Es ist gut vorstellbar, dass unsere Ölstudie 1823 bei einer solchen Gelegenheit entstand, doch die harte Selbstkritik, die sicher auch der retrospektiven Aufzeichnung seiner Lebenserinnerungen erst ab 1847 geschuldet ist, als Crola ein künstlerisch gefestigter, anerkannter Maler war, hielt ihn nach seiner Rückkehr nach Dresden jedenfalls damals davon ab, diese Studien den führenden Malern Caspar David Friedrich und Johan Christian Dahl zu zeigen, die bereits auf ihn aufmerksam geworden waren. Heute dagegen spricht uns die Unmittelbarkeit und malerische Frische des einfachen, unscheinbaren Baumes auf der Wiese an, der keine spannungsvoll erdachte Bildkomposition zeigt, sondern ein spontan gewähltes Naturmotiv von ausschnitthafter Bildwirkung, in dem sich genaue Naturbeobachtung im Gegenständlichen und malerische Umsetzung ins Atmosphärische miteinander verbinden. Die naturalistische Wiedergabe des Motivs ist Crolas Anliegen, dem die verschiedenen Nuancen von Licht und Schatten, von hellen und dunklen Grüntönen, durch die das Himmelslicht scheint, vielfältiges Leben verleihen. Der junge, zum Zeitpunkt der Entstehung erst 19-jährige Künstler hat in solchen Ölstudien bereits den Akademismus Klengels überwunden und sich dem naturalistischen Realismus Dahls angeschlossen, den er in München weiter entwickelte.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
Maße
- Rahmen
- 37,3 cm x 30,3 cm
Zustand
Guter Zustand. Restauriert. Horizontaler Knick am linken Rand ca. 9cm in der Mitte des Blattes. Entlang dieser Stelle kleinere Retuschen. Weitere vereinzelte und kleine Retuschen im Bild, meist punktuell. Kleiner restaurierter Kratzer oben im Bereich
Schlagworte
Georg Heinrich Crola
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