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George Augustus Wallis, zu Lebzeiten ein hoch gefeierter Maler des Klassizismus und heute zu Unrecht aus dem Fokus der Kunstgeschichte geraten, zeigt in dieser Ansicht Tivolis genau jenen Bruch zwischen Klassizismus und Romantik. War man vorher noch darauf bedacht, die Monumentalität und Eleganz der Antike in den Bildwerken zu dokumentieren, so tritt in der Romantik die Natur immer stärker in den Vordergrund. Wallis verdeutlicht diesen Prozess in seinem Blatt, wenn er Tivoli gleichsam kaum merklich aus den baumbestandenen Hügeln herauswachsen lässt, so dass es auf den ersten Blick nicht ins Auge fällt. Die Natur und der Landschaftsausblick bilden das Zentrum des Interesses und verdrängen die Antike zugunsten eines neuen Selbstverständnisses. | Wasserzeichen: Krone

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Bleistift
Ausführung
Bleistift auf Papier
Jahr
um 1800
Epoche
Romantik
Darstellung
Landschaft
Land
Italien
Signatur
Verso nummeriert: "Tivoli 2".
Verso
Bleistiftzeichnung Felsformation umgeben von Vegetation, weitere Bleistiftzeichnung Felsformation im Gebirge
Provenienz
Aus dem Nachlass des Künstlers

Weitere Angaben

Rückseite
weitere Bleistiftzeichnung: Felsformation im Gebirge
Provenienz
Aus dem Nachlass des Künstlers.

Zustand

Sehr guter Zustand. Altersgemäßer Originalzustand. Am Rand ganz minimal gebräunt. Oben rechts in der Ecke mit kleinem Knick.

Zu sehen in Freiheit der Natur

George Augustus Wallis

1761 – 1847·Großbritannien·18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert
Das Werk des 1761 bei London geborenen George August Wallis steht am Wendepunkt von klassizistischer Landschaftsauffassung zur romantischen Sehnsucht nach Einheit von Kunst und Natur. Wie viele seiner Künstlerkollegen faszinierte ihn Italien, das, bis auf wenige Jahre der Reisen, zeitlebens seine Heimat werden sollte. Dort hielt er die Vergänglichkeit antiker Ruinen und der Natur in Form von verfallenen Bauwerken und maroden Bäumen fest. Die Vielschichtigkeit innerhalb seines künstlerischen Ausdrucks lässt sich nicht zuletzt auf den intensiven Austausch mit Künstlern und Schriftstellern unterschiedlichster Geistesströmungen zurückführen, denen er, zumeist in Rom, begegnete. Doch auch Wallis wirkte seinerseits auf seine Zeitgenossen ein. Gerade in Heidelberg, wo er von 1812 bis 1817 weilte, regte er durch seinen eigenen Zugang zur Landschaft in der Kunst eine ganze Generation junger Romantiker an, das traditionelle Verständnis von Kunst im Lichte der romantischen Entwicklungen neu zu denken. Er starb 1847 in Florenz.
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