Brunnenburg bei Meran
»Brunnenburg bei Meran« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr um 1860, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Ansicht der Brunnenburg von einem Berghang. Zentral auf einem Fels thront die Brunnenburg bei Dorf Tirol. Die Landschaftsdarstellung zeigt eine malerische Ruine, die auf einem felsigen Hügel thront, umgeben von dichtem Wald und einer dramat… weiterlesen ›
Ansicht der Brunnenburg von einem Berghang. Zentral auf einem Fels thront die Brunnenburg bei Dorf Tirol. Die Landschaftsdarstellung zeigt eine malerische Ruine, die auf einem felsigen Hügel thront, umgeben von dichtem Wald und einer dramatischen Felsformation im Vordergrund. Der Himmel ist in warmen Pastellfarben gehalten und deutet auf einen Sonnenuntergang hin, der die Szenerie in ein sanftes Licht taucht. Die Komposition führt den Blick des Betrachters von den steinigen Pfaden im Vordergrund über die üppige Vegetation hin zu der Ruine, die als zentrales Element hervorsticht. Die Details der Bäume und Felsen sind sorgfältig ausgearbeitet, was die Tiefe und Textur der Landschaft unterstreicht. Die Ruine selbst, mit ihren verbliebenen Türmen und Mauerresten, vermittelt einen Eindruck von vergangener Größe und Geschichte.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- um 1860
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Italien
- Signatur
- Verso eigenhändig bezeichnet: "Ruine Brunnenburg bei Meran". Unten rechts nummeriert: "M. V H22 N 74".
- Verso
- Wolkenstudie in Aquarell
Weitere Angaben
- Rückseite
- Wolkenstudie in Aquarell
Zustand
Akzeptabler Zustand. Unten rechts kurzer Randeinriss. Verso minimale Verfärbungen durch eine alte Montierung. Die Blattecken sind minimal bestoßen. Die linke untere Blattecke weist Knickspuren auf.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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