Hirtenfamilie auf dem Heimweg
»Hirtenfamilie auf dem Heimweg« ist ein Werk von Albert Venus aus dem Jahr 19. Jahrhundert, ausgeführt als Bleistift auf Papier.
Tunnelartig gibt Albert Venus auf dem vorliegenden Blatt den Blick auf die italienischen Hügelketten frei, die er 1866 auf seiner ersten Italienreise immer wieder zum Thema seiner Zeichnungen und Aquarelle machen sollte. Besonders der berüh… weiterlesen ›
Tunnelartig gibt Albert Venus auf dem vorliegenden Blatt den Blick auf die italienischen Hügelketten frei, die er 1866 auf seiner ersten Italienreise immer wieder zum Thema seiner Zeichnungen und Aquarelle machen sollte. Besonders der berühmte Eichenwald bei Olevano, die \"Serpentara\", faszinierte Venus, der auf den Spuren seines Lehrers Ludwig Richter die italienische Landschaft erkundete. Der baumumstandene Weg auf unserem Blatt hinaus ins Offene mag ebenfalls ein Teil dieses \"heiligen Hains\" der deutschen Künstler in Italien sein. Venus hielt sich hier besonders gegen Ende September des Jahre 1866 zusammen mit seinen Künstlerfreunden Victor Paul Mohn und Carl Wilhelm Müller auf.1 Im Januar 1869 konnte er sich ein zweites Mal nach Italien begeben, ermöglicht durch das Große Sächsische Staatsstipendium.2 Unser Blatt scheint allerdings aus der Zeit seiner ersten Reise zu stammen, da sich Venus nach 1866 immer stärker von der Dominanz der Linie abzuwenden begann, von der die vorliegende Arbeit noch zeugt. Malerisches Kolorit, Lichteffekte, freie Formensprache; dies wurden die Elemente einer Kunst, der sich Venus, in Bewunderung für die Düsseldorfer Schule, zuzuwenden begann. So schrieb Mohn, als er Venus 1869 in Italien wiedertraf, in sein Tagebuch: \"Der Teufel reitet ihn, sein zweites Wort ist - Achenbach.\"3 Der Blick des Betrachters wird durch den Hirten, der seine Ziegenherde aus dem Waldstück heraus treibt, mitgezogen, während neben ihm seine Frau auf einem Esel sitzend das kleine Kind der Familie auf ihrem Schoß hält. Diese Gruppe, die Erinnerungen an die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten wachruft, verspricht ein Ideal von ländlicher Idylle und suggeriert eine Einheit von Mensch und Natur, wie sie immer wieder Thema von Venus’ Arbeiten ist. Er verzichtet dabei, anders als sein Lehrer Richter, auf Irritationsmomente, die die Einheit der Familienidylle stören. (af) ---- 1 Vgl. die datierten Aquarelle der Sammlung Dräger/Stubbe (Heise 2007, S. 350), der Mannheimer Kunsthalle (Fath 1988, …) und aus unserem Katalog Band XIV \"Von romantischen Seelenwelten\", Frankfurt 2004, S. 111. 2 Vgl. Friedrich 1956, S. 118. 3 Zit. nach: ebd. Ein schönes Beispiel für diese malerischen Arbeiten findet sich bei Heise 2007, S. 352.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Bleistift
- Ausführung
- Bleistift auf Papier
- Jahr
- 19. Jahrhundert
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Unten rechts signiert: "A. Venus". Unten rechts datiert: "29. April".
Zustand
Guter Zustand. Altersgemäßer Zustand
Schlagworte
Albert Venus
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