Mondscheinlandschaft
»Mondscheinlandschaft« ist ein Werk von Karl Christian Sparmann aus dem Jahr 1834, ausgeführt als Öl auf Leinwand.
Im Spannungsfeld zwischen Romantik und Realismus steht auch Sparmanns 1834 entstandene Mondscheinlandschaft, in der der durch die Wolken scheinende Mond, der sich auf dem Wasser spiegelt, die Bilderwelt Friedrichs und Carus’ evoziert, doch … weiterlesen ›
Im Spannungsfeld zwischen Romantik und Realismus steht auch Sparmanns 1834 entstandene Mondscheinlandschaft, in der der durch die Wolken scheinende Mond, der sich auf dem Wasser spiegelt, die Bilderwelt Friedrichs und Carus’ evoziert, doch in der üppigen, genau beobachteten Vegetation Dahl nahesteht. Es ist eine poetische, stille Stimmungslandschaft ohne die tiefgründige Symbolik Friedrichs, in der Auffassung nicht unähnlich den späteren Landschaften Ernst Ferdinand Oehmes. Möglicherweise handelt es sich bei unserem Gemälde um die »Mondscheinlandschaft«, die Sparmann 1835 auf der jährlichen Akademie-ausstellung in Dresden zeigte. 60 Die Szene dürfte kaum eine konkrete Topografie beschreiben, auch scheint sie nicht in Sachsen zu verorten zu sein, sondern Eindrücke seiner vorherigen Lebensstationen zu rekapitulieren: Auf Dahls Empfehlung hatte Sparmann 1824 bei Hortense de Beauharnais (1783–1837), der ehemaligen Königin von Holland, eine Stelle als Zeichen-lehrer für deren Sohn, den Prinzen Louis Napoleon (1808–1873) und nach-maligen Kaiser Napoleon III., angetreten. Hortense de Beauharnais weilte zusammen mit ihrem Sohn im Exil auf Schloss Arenenberg im Kanton Thurgau, wo Sparmann Zeichenunterricht gab. 1826 kehrte Sparmann kurz nach Dresden zurück, doch begab er sich bereits 1828 wieder in die Schweiz, um dort an der Privatschule auf Schloss Lenzburg im Kanton Aargau nochmals die Stelle eines Zeichenlehrers anzutreten. Doch auch um bei zahlreichen Ausflügen in die Bergwelt der Schweiz Studien und Zeichnungen anzufertigen, auf die später in Dresden entstandene Gemälde zurückgehen. Dies dürfte zumindest auch in Teilen für unsere in Dresden entstandene Mondscheinlandschaft gelten, in der vergehender Tag und beginnende Nacht einander begegnen – die Sonne geht hinter den Bergen unter, die aufragenden Bäume stehen noch in ihrem Licht, während sich auf dem Bach bereits das Licht der Mondsichel spiegelt. Es ist eine poetische Abendlandschaft, die in der Tradition der Dresdner Romantik steht, doch in Einzelelementen die Erlebnisse in der Schweiz reflektiert – so mutet die Mühle rechts eher alpenländisch an und auch die Berge sind zu hoch, als dass man sie in die Umgebung von Dresden verorten könnte.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Öl
- Ausführung
- Öl auf Leinwand
- Jahr
- 1834
- Epoche
- Romantik
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Unten links signiert: "Sparmann". Unten links datiert: "1834".
Maße
- Rahmen
- 51,0 cm x 64,0 cm
Zustand
Akzeptabler Zustand. Restauriert. In größeren Bereichen im Himmel mit mehreren punktuellen Retuschen, ebenso vereinzelt im Bild und am Rand.
Schlagworte
Karl Christian Sparmann
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