Dürrensee, Lago di Landro in den Dolomiten
»Dürrensee, Lago di Landro in den Dolomiten« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1878, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Das Aquarell zeigt eine idyllische Gebirgslandschaft mit einem klaren See im Vordergrund, umgeben von majestätischen, felsigen Gipfeln. Am linken Bildrand sind zwei Figuren in traditioneller Kleidung auf einem Pfad sichtbar, die durch den d… weiterlesen ›
Das Aquarell zeigt eine idyllische Gebirgslandschaft mit einem klaren See im Vordergrund, umgeben von majestätischen, felsigen Gipfeln. Am linken Bildrand sind zwei Figuren in traditioneller Kleidung auf einem Pfad sichtbar, die durch den dichten Nadelwald spazieren. Im Wasser paddelt eine Person in einem kleinen Boot, was dem Bild eine subtile narrative Dynamik verleiht. Die Komposition führt den Blick von den sanften Uferlinien zu den dramatischen Bergspitzen, die in weichen Pastelltönen gehalten sind. Die Lichtverhältnisse deuten auf einen sonnigen, klaren Tag hin, der die Farben der Natur erstrahlen lässt. Die Details der Vegetation und der Felsen sind fein ausgearbeitet und verleihen dem Bild eine harmonische Balance zwischen Ruhe und Erhabenheit.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1878
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Italien
- Signatur
- Oben rechts datiert: "12 Aug 1878". Oben rechts eigenhändig bezeichnet: "Düren-See". Unten rechts nummeriert: "M. V. H. 21 N. 71".
- Verso
- Bleistiftskizze mit Detail des Ufers.
Weitere Angaben
- Rückseite
- Bleistiftskizze mit Detail des Ufers.
Zustand
Guter Zustand. Die Blattecken sind minimal bestoßen. Entlang der linken Blattkante minimal bestoßen. Unten mittig blauer Farbklecks (des Künstlers?).
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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