Stubaier Alpen bei Neustift
»Stubaier Alpen bei Neustift« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1867, ausgeführt als Aquarell über Bleistift auf Papier.
Sommerliche Landschaft in den Stubaier Alpen. Blick durch ein Tal zu den zerklüfteten Gipfeln. Das Aquarell zeigt eine malerische Gebirgslandschaft in den Alpen. Im Vordergrund erhebt sich eine grüne Wiese mit vereinzelten Felsen, die von m… weiterlesen ›
Sommerliche Landschaft in den Stubaier Alpen. Blick durch ein Tal zu den zerklüfteten Gipfeln. Das Aquarell zeigt eine malerische Gebirgslandschaft in den Alpen. Im Vordergrund erhebt sich eine grüne Wiese mit vereinzelten Felsen, die von mehreren Bäumen gesäumt wird. Diese Bäume werfen lange Schatten, die sich über das Gras erstrecken. Der Mittelgrund führt den Blick in ein weites Tal, das von hohen, schroffen Bergen umrahmt wird. Im Hintergrund ragen schneebedeckte Berggipfel majestätisch in den Himmel. Die Lichtverhältnisse deuten auf einen frühen Morgen oder späten Nachmittag hin, wobei die warmen Töne des Himmels und die sanften Farben der Natur eine friedvolle Atmosphäre schaffen. Die Komposition lenkt den Blick des Betrachters in die Tiefe und bietet eine harmonische Balance zwischen Natur und Raum.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell über Bleistift auf Papier
- Jahr
- 1867
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Österreich
- Signatur
- Oben rechts datiert: "Stubaj bei Neustift am 12. Aug 1867". Oben links eigenhändig bezeichnet: "Freiger / Mairspitze / Aperer Pfaff / Zuckerhütl / Pfaffenschneide / Wilder Pfaff".
- Verso
- Kleines Aquarell über Bleistiftskizze. Zeigt eine Gebirgslandschaft mit großem See.
Weitere Angaben
- Rückseite
- Kleines Aquarell über Bleistiftskizze. Zeigt eine Gebirgslandschaft mit großem See.
Zustand
Akzeptabler Zustand. Entlang der Kanten deutliche Beschädigungen durch Knicke und Stöße. Teils angebrochene Papieroberfläche, vereinzelt kurze Randeinrisse. Die Blattecken sind durch Stoßspuren und Knicke beschädigt. Das Blatt ist altersbedingt gerin
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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