Burg Marquartstein mit Blick auf den Chiemsee
»Burg Marquartstein mit Blick auf den Chiemsee« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr 1849, ausgeführt als Aquarell auf Papier.
Wundervoller Ausblick aus dem Achental in den Chiemgau mit Chiemsee. Im Vordergrund auf einem Felssporn die Burg Marquartstein mit Burgkapelle. Das Aquarell zeigt eine weitläufige Landschaft mit einem idyllischen Ausblick über ein Tal, das … weiterlesen ›
Wundervoller Ausblick aus dem Achental in den Chiemgau mit Chiemsee. Im Vordergrund auf einem Felssporn die Burg Marquartstein mit Burgkapelle. Das Aquarell zeigt eine weitläufige Landschaft mit einem idyllischen Ausblick über ein Tal, das von sanften Hügeln und einem Fluss begrenzt wird. Im Vordergrund erheben sich grüne Wiesen und Bäume, die in warmen Gelbtönen erstrahlen. Rechts im Bild ist ein Gebäudeensemble zu sehen, bestehend aus einem größeren Haus und einer Kirche mit spitzem Turm, eingebettet in üppige Vegetation. Die Horizontlinie eröffnet eine weite Aussicht über das Tal bis zu den entfernten Hügelketten. Der Himmel ist von dramatischen Wolkenformationen durchzogen, die das Licht der tiefstehenden Sonne reflektieren. Die Komposition nutzt die überlagernden Bildebenen, um Tiefe zu erzeugen, während das Licht die Details der Architektur und Natur hervorhebt.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Aquarell auf Papier
- Jahr
- 1849
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Landschaft
- Land
- Deutschland
- Signatur
- Unten rechts datiert: "7. Marquartstein 17/9 1849". Unten rechts eigenhändig bezeichnet: "Blick auf den Chiemsee". Unten rechts nummeriert: "M. II Heft 8".
Zustand
Guter Zustand. Die rechte obere Blattecke weist eine lange diagonale Knickspur auf. Die rechte untere Blattecke ist umgeknickt. Vereinzelt sind leichte Stockflecken erkennbar. Kleine Bereibung an der Oberkante links. Entlang der Kanten teils blass ve
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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