Die Hafenburg von Rapallo
»Die Hafenburg von Rapallo« ist ein Werk von Georg Wiesend aus dem Jahr um 1850, ausgeführt als Weiß gehöhtes Aquarell auf Papier.
Malerische Darstellung der alten Hafenburg bei Rapallo an der Küste des Ligurischen Meeres. Am Ufer sowie in einem kleinen Boot nahe des Ufers sind einige Figuren in orts- und zeittypischer Tracht dargestellt. Das Bild zeigt eine malerische… weiterlesen ›
Malerische Darstellung der alten Hafenburg bei Rapallo an der Küste des Ligurischen Meeres. Am Ufer sowie in einem kleinen Boot nahe des Ufers sind einige Figuren in orts- und zeittypischer Tracht dargestellt. Das Bild zeigt eine malerische Küstenszene mit einem historischen Turmhaus, das auf einer felsigen Landzunge ins Meer hinausragt. Der Turm ist aus hellem Stein und zeigt Spuren der Verwitterung. An seiner Spitze weht eine kleine Fahne. Im Vordergrund stehen drei Figuren, die in traditionellen Gewändern gekleidet sind. Eine Person hält eine lange Stange, möglicherweise ein Fischer. Die Landschaft ist von sanften Farben und einem ruhigen Wasser geprägt, das sich bis zum Horizont erstreckt. Ein kleines Boot mit Segel befindet sich auf dem Wasser. Der Himmel ist bewölkt, aber hell, was ein weiches Licht auf die gesamte Szene wirft. Die Komposition betont die harmonische Verbindung von Architektur und Natur.
Werkangaben
Werkbeschreibung und Zuschreibung: H. W. Fichter Kunsthandel, Frankfurt am Main
- Technik
- Aquarell
- Ausführung
- Weiß gehöhtes Aquarell auf Papier
- Jahr
- um 1850
- Epoche
- Realismus
- Darstellung
- Architektur
- Land
- Italien
- Signatur
- Verso eigenhändig bezeichnet: "Alter Thurm bei Rapallo - [?] Genua in Spezia".
Zustand
Guter Zustand. Die linke untere Blattecke fehlt. Entlang der unteren Blattkante ganzseitig geknickt. Verso entlang der unteren Blattkante Reste einer alten Montierung. Altersbedingt geschwärzte Bleiweißhöhungen.
Georg Wiesend
Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.
Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.
Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.
Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.
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