Deutscher Tiermaler, geboren in Gera, gestorben in Oberlößnitz bei Dresden. Ab 1866 Studium an der Dresdner Kunstakademie, ab 1880 in Oberlößnitz ansässig. Er malte vor allem Tierstücke, besonders Federvieh, in Aquarell und Pastell, selten in Öl.
In den "Club 27", einer Liste von Rockmusikern, die nach exzessivem Lebenswandel jung verstarben, wird Johann Christoph Erhard wohl nie aufgenommen werden, obgleich er noch kurz vor seinem 27. Geburtstag verschied. Denn obwohl dem Künstler die Rockmusik natürlich völlig unbekannt war, hätte er aus heutiger Sicht diese Anerkennung verdient. Denn auch er durchlebte ein kurzes, von psychischer Aufruhr bewegtes Leben und hinterließ ein relenavtes Werk für die Nachwelt. Durch die kunstsinnige Familie gefördert, erhielt er Zeichenunterricht in der Werkstatt des Ambrosius Gabler, wo er Johann Adam Klein kennenlernte, der ihn als Freund fortan begleitete. Beide verband die Leidenschaft für ausgedehnte Studienausflüge und genaue Naturstudien. Trachtentragende Einheimische, häufig in Begleitung von Tieren, sowie die allgegenwärtigen Soldaten der Napoleonischen Kriege, sind stetig wiederkehrende Protagonisten. Italien zog Erhard immer wieder in seinen Bann, wo er die Nähe der deutschen Künstler in Rom suchte. Hier machte sich spätestens der melancholische Zustand seiner Psyche bemerkbar. Halluzinationen führten zu einem ersten Suizidversuch um Weihnachten 1820, dem weitere folgten. Im Januar 1822 verstarb er in Rom an den Verletzungen eines selbst zugefügten Pistolenschusses.
1936 in Hagen geboren, besuchte Rolf Escher die Kunstakademie Düsseldorf und gründete früh sein erstes Atelier. Die Eröffnung einer florierenden Radierwerkstatt 1968 in Essen-Stadtwald, machte ihn in der Folge zu einem Meister der Radierung. Die Vielzahl von nationalen und internationalen Auszeichnungen zeugen von seiner Anerkennung. Der Erfolg seiner Druck- und Zeichenkunst fand auch in etlichen Ausstellungen, beispielsweise in der Bibliothèque Royale Albert I. in Brüssel, dem Art Institute of Chicago und dem Museum Folkwang in Essen seinen Niederschlag. Bis ins Jahr 2000 gab der Künstler im Rahmen von Lehrtätigkeiten sein Wissen weiter, seither widmet er sich einzig der Kunstschöpfung. In Eschers Werken domnieren Orte und Gegenstände, die von menschlichem Einwirken berichten oder daran erinnern, jedoch zumeist ohne den Menschen physisch darszustellen. Die Räume und Requisiten erzählen selbst über die dortigen Geschehnisse und den Lauf der Geschichte.
1872-74 Studium an der Akademie in Berlin, danach tätig in München, Bekanntschaft mit Alexander Wagner, Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft, bekannt für Landschaftsbilder und Genreszenen aus Italien
Französischer Stecher und Radierer, in Paris geboren und gestorben. Reproduktionen in Kupferstich und Radierung, unter anderem nach Raffael, Rembrandt und Frederik de Moucheron, meist Landschaften sowie mythologische und religiöse Sujets. Er arbeitete an zahlreichen Tafelwerken mit, darunter Vivant Denons „Voyage dans la basse et la haute Egypte" (1802) und Alexandre de Labordes „Voyage pittoresque et historique de l'Espagne" (1806).
"Fratelli Alinari" in Florenz sind das älteste noch bestehende fotografische Unternehmen der Welt: gegründet im Jahr 1852, gut zwei Jahrzehnte nachdem es dem französischen Erfinder Joseph Nicéphore Niépce gelungen war, ein Bild auf eine Zinnplatte zu bannen. Die Gebrüder Alinari waren Romualdo (1830-1891), Leopoldo (1832-1865) und Guiseppe (1836-1892). Leopoldo begann bereits in der Daguerreotypiezeit zu fotografieren und arbeitete für den Lithographen Guiseppe Bardi, mit dem er 1850 ein gemeinsames Fotoatelier gründete. 1854 kaufte Leopoldo die Anteile Bardis und mit seinen Brüdern zusammen entstand daraus das Atelier Fratelli Alinari. Es wurde eines der bedeutendsten italienischen Ateliers des 19. Jahrhunderts und später eines der größten Fotoarchive der Welt, das heute noch besteht.
Deutscher Maler, Zeichner und Kupferstecher, geboren am 22. Juni 1827 in Friedrichstadt bei Dresden, gestorben dort am 1. Januar 1916. Sohn des Stilllebenmalers August Friedrich. Er studierte von 1842 bis 1849 an der Dresdner Kunstakademie, unterbrochen durch eine Tätigkeit als Zeichenlehrer in Polen nach dem Tod des Vaters. Ab 1847 bildete er sich als Hospitant im Atelier Ludwig Richters im Zeichnen und Aquarellieren fort, wechselte 1849 aber zum Kupferstich und wurde Schüler von Julius Cäsar Thaeter, dem er für sechs Jahre nach München folgte. Im strengen Linienstich reproduzierte er Werke von Moritz von Schwind, Julius Schnorr von Carolsfeld, Wilhelm von Kaulbach und Peter Cornelius. 1855 kehrte er nach Dresden zurück.
deutscher Künstler, um 1900 und im frühen 20. Jahrhundert in München tätig
1867-72 Studium an der Akademie der Bildende Künste München unter Alexander von Strähuber und Wilhelm von Dietz, als Maler in München tätig, vor 1889 Studienreise nach Venedig, 1890-1912 Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Kaiserslautern, bekannt für Genre- und Historienbilder, teils mit mythologischen Themen und kräftiger Farbgestaltung
Wie zeitgemäß die altvorderen Drucktechniken sein können, beweist Tobias Gellscheid. Geboren 1983 in Pößeck erlernte er von 2000 bis 2003 das Handwerk des Holzbildhauers in Flensburg. Fünf Jahre lang lebte er in Südtirol als freischaffender Bildhauer, um nach einem Jahr als Restaurator eines Thüringer Schlosses an der Kunsthochschule in Halle zu studieren. Seit 2011 ist Gellscheid künstlerischer Mitarbeiter des dortigen Landesamts für Denkmalpflege & Archäologie. Seine Werke offenbaren das Herz eines Handwerkers und intellektuellen Künstlers gleichermaßen. Die Holzstiche, Holzschnitte und Lithographien betrachten die Tradition der Druckgraphik der Altmeister wie Dürer mit einem Augenzwinkern und spielen mit gesellschaftskritischen Elementen. Gellscheid entlehnt Figuren aus der Popkultur und fügt sie in mittelalterliche Bildkompositionen ein. Viele Graphiken zeugen auch von intensiver Dynamik und dionysischen Emotionen, die der Künstler in handwerklicher Perfektion momenthaft auf Papier bannt.
Christian Friedrich Gille, geboren 1805 in Ballenstedt, war ein bedeutender Landschaftsmaler und Schüler von Johan Christian Dahl. Trotz seiner bescheidenen Lebensverhältnisse hinterließ er mit Werken wie „Heimkehrende Herde“ Spuren in der Dresdner Kunstszene. Neben seiner Malerei arbeitete er als Lithograph und Reproduktionsstecher.
Britischer Druckgrafiker, geboren 1756, gestorben 1815, der bedeutendste englische Karikaturist seiner Zeit. Seine frühen Blätter erschienen bei William Humphrey und anderen Verlegern, später arbeitete er ausschließlich für Hannah Humphrey. Zwischen 1797 und 1801 bezog er von der Regierung Pitt eine Pension von 200 Pfund jährlich. Sein letztes Werk entstand 1811; seine letzten Lebensjahre verbrachte er in geistiger Umnachtung. Eine Geschäftskarte in der Heal Collection weist ihn auch als Porträtmaler aus.