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Dieses Gemälde zeigt eine eindrucksvolle Berglandschaft mit einer Szenerie, die Naturgewalt und menschliche Besiedlung harmonisch vereint. Im Vordergrund dominiert eine felsige Schlucht mit einem reißenden Gebirgsbach, dessen Wasser sich über Steine und Kaskaden seinen Weg bahnt. Dichte Vegetation mit hohen Nadelbäumen und Moos bewachsenen Felsen umrahmt die Szene. Eine hölzerne Brücke verbindet die Ufer, auf ihr ist eine Gruppe von Reisenden oder Händlern mit Karren zu erkennen. In der Ferne erheben sich majestätische Gipfel über sanft geschwungene, bewaldete Hügel, auf denen vereinzelte Häuser zu sehen sind. Der Himmel ist von weichen Wolken durchzogen, die ein stimmungsvolles Licht auf die Landschaft werfen. Die Komposition erzeugt eine Balance zwischen Erhabenheit und Ruhe, während die detaillierte Malweise den Blick des Betrachters durch das Bild führt.

Werkangaben

Werkbeschreibung und Zuschreibung: , Frankfurt am Main

Technik
Öl
Ausführung
Öl auf Holz
Jahr
1828
Epoche
Romantik
Darstellung
Landschaft
Signatur
Unten rechts signiert "G. Wsnd.". Unten rechts datiert "1828".

Maße

Gesamt
45,8 cm x 35,5 cm

Zustand

Guter Zustand. Minimales Craquelée. Stellenweise minimale Randblessuren. Unten links kleiner Ausbruch der Plattenkante und kleine Retusche am Rand. Insgesamt minimale Wölbung der Platte.

Georg Wiesend

1807 – 1881·Deutschland·19. Jahrhundert
Georg Wiesend wurde am 8. November 1807 in Kufstein, Tirol, geboren. Nach dem Umzug der Familie über Miesbach kam er 1816 nach München, wo er von 1817 bis 1825 das renommierte Hollandeum besuchte. Dort erhielt er eine umfassende schulische und zeichnerische Ausbildung durch den Maler Franz Dahmen, der sein künstlerisches Talent früh förderte. Bereits in jungen Jahren zeigte Wiesend großes Interesse an der Landschaftsmalerei und wurde stark von Künstlern wie Dorner, Wagenbauer und Dillis geprägt.

Nach seiner Ausbildung stand Wiesend zunächst zwischen der Entscheidung für eine Künstlerlaufbahn oder eine Beamtenkarriere. 1830 trat er schließlich in den bayerischen Staatsdienst ein und arbeitete fortan in verschiedenen Ämtern – unter anderem in Miesbach, Landshut, Tittmoning, Burghausen, Traunstein und Landau an der Isar. Parallel zu seiner juristischen Laufbahn blieb er künstlerisch aktiv. Besonders in den Jahren zwischen 1828 und 1835 stellte er regelmäßig Ölgemälde in der Akademie und im Kunstverein München aus, bevor er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen zunehmend der Aquarellmalerei zuwandte.

Wiesend unternahm nahezu jährlich ausgedehnte Studienreisen, die ihn in die Alpenregionen, nach Tirol, Oberitalien, in die Schweiz und ins Salzkammergut führten. Dabei entstanden zahlreiche Aquarelle mit topographisch genauen Ansichten, die vor allem die Bergwelt, Wasserfälle und ländliche Motive festhalten. Seine Werke zeichnen sich durch eine detailreiche Naturbeobachtung und eine der spätromantischen Stimmung verpflichtete Bildsprache aus. Obwohl er zeitlebens künstlerisch aktiv blieb, wurde er von der Kunstgeschichte weitgehend vergessen.

Neben seiner Malerei zeigte Wiesend Interesse für Archäologie und Heimatpflege – er führte Grabungen durch, veröffentlichte seine Funde und engagierte sich für die Erhaltung historischer Denkmäler. Von Zeitgenossen wurde er als "Dilettant von ernstem, redlichem Streben" geschätzt – im Sinne eines kunstliebenden Laien mit hohem Anspruch.

Nach seinem Ruhestand 1879 lebte er in Berchtesgaden, wo er am 19. Juni 1881 starb. Sein künstlerisches Erbe umfasst mehrere hundert Studien und Aquarelle, von denen heute nur ein Bruchteil erhalten ist.

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